Dienstag, 13. Mai 2014 | 19.30 Uhr
Alte Feuerwache | Gathe 6 | Eintritt frei
 

Flucht als Weg aus der Gewalt?
Kindersoldaten als Flüchtlinge in Deutschland

Vortrag von Dima Zito (Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf)
 

Es gibt Dinge, die ich getan habe, die sind unaussprechlich. Menschen, die ich getötet habe, kommen nachts zu mir. Was mir die Kraft gibt weiterzuleben, ist die Vorstellung, einen Weg zu finden, es irgendwie wieder gut zu machen. Und vielleicht eines Tages meine Mutter wiederzufinden.«

Hunderttausende von Kindern werden – oft unter Zwang – als Soldatinnen und Soldaten eingesetzt. Wenige von ihnen fliehen nach Deutschland. Doch bis sie wirkliche Sicherheit erleben, ist es noch ein langer Weg. Schutz vor Abschiebung, ein sicherer Aufenthaltsstatus, gesellschaftliche Teilhabe z.B. durch die Möglichkeit zu (Aus-)Bildung und die notwendige, auch therapeutische, Unterstützung sind schwer zu erreichen.

Dima Zito beleuchtet die Hintergründe und richtet den Blick auf die betroffenen Menschen: Wie werden Kinder zu Soldaten? Wie überleben sie in einem Umfeld extremer Gewalt? Wie verarbeiten sie das Erlebte? Was führt sie nach Deutschland? Wie ist ihre Lebenssituation hier und wie wirkt sie sich aus? Aus den Berichten ehemaliger Kindersoldatinnen und -soldaten lassen sich Schlüsse ziehen, wie eine bessere Unterstützung für Menschen, die einen Fluchtweg aus der Gewalt gefunden haben, aussehen könnte.

Dima Zito arbeitet seit 2003 als Trauma-Therapeutin im Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit führte sie biographische Interviews mit ehemaligen Kindersoldaten, die als Flüchtlinge in Deutschland leben. Sie hat zahlreiche Artikel im Themenfeld »Flüchtlinge – Trauma – Kindersoldaten« veröffentlicht.