Dienstag, 06. Mai 2014 | 19.30 Uhr
Alte Feuerwache | Gathe 6 | Eintritt frei
 

Werben fürs Töten und Sterben
Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr

Vortrag von Michael Schulze von Glasser (Informationsstelle Militarisierung, Tübingen)
 

Bundeswehr-Werbespots im Fernsehen, Jugendoffiziere in Schulen, Reklamestände auf Marktplätzen: immer öfter wirbt die deutsche Armee in der Öffentlichkeit. Dabei versucht sie zum einen, neue Rekruten für ihre Auslandseinsätze zu finden, und zum anderen, die Bevölkerung auf Kriege einzustimmen. Denn die Heimatfront bröckelt und die Bundeswehr tut alles, um dies zu verhindern.

Bei eigenen Veranstaltungen im öffentlichen Raum, bei Jugendsportfesten und Veranstaltungen in militärischen Liegenschaften kann sich die Armee nach Belieben präsentieren. Eigens von der Bundeswehr entwickelte Medien sollen potenzielle Rekruten für den Dienst an der Waffe begeistern: neben einer Jugendzeitung und Schulmagazinen setzt das deutsche Militär vor allem auf das Internet und betreibt gleich mehrere Rekrutierungsportale im Netz.

Wo sie nicht direkt werben kann, schaltet die Armee Reklame in zivilen Medien. Ob im Jugendmagazin BRAVO, der bundesweiten Schülerzeitung SPIESSER oder im Radio. Auch Spielfilmproduktionen und Fernsehdokumentationen werden mittlerweile von der Bundeswehr zur Eigenwerbung genutzt. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Reklametätigkeit des deutschen Militärs.

Michael Schulze von Glaßer ist Politikwissenschaftler, freier Journalist und Beirat der Informationsstelle Militarisierung e.V. In den letzten Jahren hat er zwei Bücher über die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr veröffentlicht.